Wie Du Herr Deiner Gefühle wirst

Die meisten Menschen die ich kenne wollen sich gerne besser fühlen. Ist ja klar! Wir wollen hier auf Erden eine gute Zeit haben und sie am besten glücklich verbringen. Um Herr Deiner Gefühle zu werden, musst Du erst mal verstehen wie Gefühle überhaupt entstehen. Die meisten von uns, die sich schon etwas mit der Reflektion über sich selbst und Weiterentwicklung beschäftigen, würden wahrscheinlich auf die Frage wie Gefühle entstehen antworten - “die machen wir uns selber”. Allerdings leben selbst diejenigen, die diese Antwort geben nicht so, als wäre das in deren Realität tatsächlich der Fall. Woher ich das weiß? Jeder, der nach der Prämisse lebt “ich mache mir alle Gefühle selbst” müsste doch eine ziemlich gute Zeit haben. Denn wenn man weiß, dass man sich die Gefühle selbst macht, würde man sich doch keine schlechten Gefühle machen, oder?

 

Alle Gefühle sind hausgemacht

Aber so einfach ist das Ganze nicht. Ich vertrete tatsächlich auch den Standpunkt, dass alle Gefühle hausgemacht sind. Alle! Im Coaching sagen wir “Gefühle sind eine Folge von Bewertungen”. Im Yoga und Ayurveda sagen wir, dass die Gefühle aus den Gedanken entstehen. Passt also super zusammen. Die meisten von uns stimmen diesem Konzept so lange zu, wie uns unsere Gefühle gefallen. Sobald sie uns nicht gefallen, haben wir die Tendenz, anderen die Schuld für unangenehme Gefühle in die Schuhe zu schieben. Und ich muss sagen - in vernebelten Momenten, insbesondere wenn die Menschen die mir am nächsten sind involviert sind, mache ich das auch noch. Wir sitzen also alle zusammen in dem gleichen Trainingsboot! Aber was ich aus eigener Erfahrung sagen kann - es wird leichter!

 

Wann auch immer Du Dinge sagst wie: “Du nervst!”, “Du hast mich verletzt.”, “Das regt mich auf”, “Du hast mich enttäuscht.” tust Du so, als hätte Dir jemand anderes dieses Gefühl gemacht. Und daher noch mal ganz deutlich: Niemand anderes kann Dir Gefühle machen oder hat Dir jemals irgendein Gefühl gemacht. Bei “Du nervst”, bewertest Du etwas das derjenige macht als anstrengend und machst Dir selber die Genervt-Gefühle dazu. Bei “Du hast mich verletzt”, bewertest Du irgendetwas das die Person gemacht hat als negativ und machst Dir selber die Verletzt-Gefühle. Du regst Dich auch aufgrund Deiner eigenen Bewertungen auf und enttäuschst Dich weil Du Erwartungen hattest, die nicht erfüllt wurden… Und ja klar, während des Gefühls-Erschaffungsprozess ist auch eine andere Person in Deinem Bewusstsein involviert. Aber sei hier aufmerksam: In deiner Wahrnehmung hast Du selten die Person in ihrer Reinform im Kopf sondern meist Deine Bewertung über sie, ihr Handeln, etc. Fast wie ein Trigger. Du nutzt das, was die andere Person tut oder unterlässt, oder nutzt einen Zustand oder eine Situation, und bewertest sie irgendwie - vermutlich negativ. Und auf Grund dessen erschaffst Du Dir dann das dazu passende Gefühl.

 

Der Hebel für bessere Gefühle liegt also einzig und alleine in Deinem eigenen Verstand begraben.

Der erste und wichtigste Schritt auf der Gefühls-Ebene ist: Übernehme bewusst die Verantwortung für jedes Deiner Gefühle! Auch und insbesondere für diejenigen, die Dir nicht gefallen! Auch jene Gefühle, für welche Du schon gewohnheitsmäßig einen anderen Schuldigen hast! Sobald Du diesen Standpunkt wirklich lebst, kannst Du anfangen, bei Dir selbst zu untersuchen und zu trainieren. Das bedeutet: mit Deinen Gedanken und Bewertungen zu arbeiten, um in mehr Gelassenheit zu leben und Dir Deine Zeit seltener mit schlechten Gefühlen zu “versauen”. Ich verspreche Dir, sobald Du anderen nicht mehr die Schuld an Deinen Gefühlen gibst, entsteht nicht nur für Dich mehr Freiheit und Spaß, sondern Du hast auch die Möglichkeit eine ganz andere Qualität in Deinen Beziehungen zu erschaffen.

 

Trainiere die Verantwortung für jedes Deiner Gefühle.

Wie dieses Training genau funktioniert, erzähle ich in meinem nächsten Blog-Artikel noch einmal genauer. Für Dich gilt jetzt erst mal: Trainiere, Verantwortung für jedes Deiner Gefühle zu übernehmen. Insbesondere für diejenigen, die Dir nicht gefallen. Hast Du also doofe Gefühle, frage Dich: welche Erwartung, Bewertung oder welcher Anspruch steht dahinter, mit dem ich mir dieses Gefühl gerade kreiert habe? Halte mich gern auf dem Laufenden wie dieses Training so für Dich läuft!

Im nächsten Schritt geht es darum zu verstehen, welche Auswirkungen Deine Gefühle haben.

Emotionen sind die Grundlage, aus welcher heraus Du Deine Handlungen steuerst. Also ob und wie Du etwas tust oder unterlässt.  Wenn Du genervt bist, handelst Du anders, als wenn Du entspannt bist.  Wenn Du Dich verletzt fühlst, gehst Du mit deinem Gegenüber anders um, als wenn Du glaubst, sie hätte Dich nicht verletzt. Wenn Du etwas dafür nutzt, Dich aufzuregen, handelst Du automatisch auch danach. Klingt eigentlich ganz simpel, oder?

 

Unsere Gefühle lassen uns handeln.

Wenn wir die Bewertungen in unserem Verstand nicht ändern, werden wir wahrscheinlich öfter auf die gleiche Art und Weise handeln. Und aus diesen sich wiederholenden Handlungen entstehen dann Gewohnheiten und Muster. Wenn wir diese Gewohnheiten über eine längere Zeit aufrecht erhalten, entsteht daraus unsere Identität. Die Identität zeigt sich dann in Gedanken wie zum Beispiel: ich bin einen Person, die “schnell gereizt ist” oder die “leicht verletzbar ist” oder die “sich lieber vorsichtig zurück hält”, oder, oder, oder. Und auf der Basis dieser Identität nutzen wir wiederum Bewertungen und gedankliche Überzeugungen, um uns Gefühle zu machen. Das ganze ist ein sich selbst erhaltender Kreislauf! Und diesen Kreislauf gilt es zu durchbrechen, für ein Leben mit besseren Gefühlen.

 

Um das zu tun, kannst auf allen Ebenen ansetzen. Bei den Gefühlen, den Gedanken, den Handlungen, den Gewohnheiten, der Identität. In meinen Kursen ist ein Ansatz, die Gewohnheiten in kleinen Schritten zu verändern und neue Handlungen zu implementieren. Dann gilt es, die Identität zu wandeln, die sich hinter der alten Gewohnheit verbirgt und das alte Gedankensystem upzudaten um dann bessere Gefühle zu kreieren. Meditationen, Glaubenssätze, und eine ganze Menge Tools aus dem Bereich des Gewohnheits-Trainings machen es greifbar und einfach, wirklich nachhaltige Veränderungen zu erschaffen.

 

Bezogen auf die Gefühle ist der allererste Schritt: Übernimm die 100%ige Verantwortung für ALLE Deine Gefühle. Insbesondere für diejenigen die Dir nicht gefallen. Werde Dir im Alltag bewusst, über all die Situationen in denen Du die Tendenz hast, doch Anderen die Schuld für Deine Gefühle in die Schuhe zu schieben und rudere da zurück und untersuche bei Dir selbst!

 

Und stay tuned für den nächsten Blog-Artikel. Da schauen wir genauer auf die Verstandes-Ebene und wie Du da einhaken kannst für einen Wandel!

Lass mich wissen wie Deine Beobachtungen laufen! Schreib mir einen Kommentar! Ich bin gespannt zu hören wie es Dir damit geht.

 

Liebe Grüße,