Was ich aus 12 Tagen nix essen gelernt habe

 

Ostern, bzw. die Zeit vor Ostern ist ja klassischer Weise in vielen Religionen die Zeit zu fasten, bzw. irgendwie zu entsagen. Aus ayurvedischer Sicht ist das perfekt. Vor Ostern ist die beste Zeit im Jahr um den Körper und den Geist zu reinigen. Das liegt daran, dass die Natur gerade von Winterzeit auf Frühling gewechselt hat. Im Frühling kehrt die Feuchtigkeit in die Pflanzen zurück. Die Bäume fangen an wieder auszutreiben und Blüten und Knospen zu produzieren. Das bedeutet auch, dass nach der Zeit im Winter, in der Trockenheit und Leichtigkeit in der Natur und auch in unseren Körpern den Takt angegeben haben, auf einmal ein großer Wechsel hin zur Feuchtigkeit den Körper beschwert.

 

Für unsere Körper ist dieser Wechsel eine große Herausforderung! Im Winter haben wir die Tendenz schwerer zu Essen um die Trockenheit und Leichtigkeit im Körper auszugleichen und haben uns vielleicht sogar ein paar extra Pfunde angefuttert. Und das ist auch gut so. Der Frühling ist dann die Zeit, diese wieder loszuwerden und uns zu erleichtern, im wahrsten Sinne des Wortes. Tun wir das nicht, bleibt die extra Schwere die wir uns zum Ausgleich angewöhnt haben im Körper, die Feuchtigkeit kommt hinzu und Ungleichgewicht ist vorprogrammiert. Es kommt zu Erkältungskrankheiten, ständig verschleimten Nebenhöhlen oder Bronchien, oder auch zu den Klassikern, den Allergien, mindestens aber zur Frühjahrsmüdigkeit.

 

Will man all das nicht, hilft man dem Körper am besten dabei, diesen Übergang leichter zu meistern, mit einer Detoxphase. Die ist perfekt vor Ostern, aber auch danach. Die ganze Frühlingszeit ist super. Ich mache das mit Matthias seit ein paar Jahren ganz regelmäßig zusammen. Oft fasten wir. Das ist die radikalste Form der Entlastung, die für Typen wie mich eigentlich nicht optimal geeignet ist. Und das merke ich auch. Wenn ich im Ungleichgewicht bin, kann ich das nicht gut haben. Dann mache ich sanftere Formen mit Suppen, Smoothies oder auch Monodiät. Auch das gefällt mir super.

 

Dieses Jahr allerdings war ich super auf der Höhe. Super stabil und fit habe ich mich dazu entschieden zu fasten. Ich mache das dann meistens so, dass ich einfach anfange und wenn ich merke es funktioniert nicht, dann gehe ich über in sanftere Formen. Dieses Jahr war alles aber irgendwie besonders leicht. Ich habe schon vor dem eigentlichen Start zwei Wochen lang eine sanfte Detox-Phase begonnen. Dabei habe ich morgens einen Smoothie zum Frühstück gemacht und mittags und abends Suppen und Eintöpfe gegessen. Ich habe auf Zucker verzichtet und auf Kaffee und Alkohol ja sowieso. Das alleine hat mir schon wahnsinnig gut getan und ich habe gemerkt, wie mein Körper aufatmet, sich entspannt und leichter läuft.

 

Zum Fastenstart habe ich 1,5 Tage zum Entlasten meines Stoffwechsels zusätzlich das Fett weggelassen und kleinere Portionen gegessen, dann am ersten Tag entleert und von da an nichts mehr gegessen. Diejenigen, welche schon mal gefastet haben, weiß, dass die ersten Tage am schwierigsten sind. Der Körper braucht ein paar Tage, um die äußere Verdauung auf innere Verdauung umzustellen. Man fühlt sich öfter schlapp, hat Hunger, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden. Ich war also vorgewarnt. Allerdings… ich wartete vergeblich. Dieses Jahr war es komplett anders. Ich war von dem Zeitpunkt aus an dem ich aufgehört habe zu essen im (wie ich es nenne) Raketenmodus. Super wach, hyper präsent und tiefenentspannt. Und so ging es im Grunde die ganze Zeit weiter. Klar, es gibt Momente wo der Körper Pausen braucht und auch weniger Leistungsfähig ist was Krafteinsatz angeht. Aber mir ist das Nichts-Essen noch nie so leicht gefallen.

 

Meine erste Erkenntnis dazu:

Je besser der Körper vorher schon im Gleichgewicht ist, desto leichter fällt ihm die Umstellung zum Detox!

 

Ein toller Nebeneffekt in der Detox-Zeit ist der Zustand in Deinem Verstand. Auch in Deinem Kopf passiert so etwas wie eine Ausmist-Aufräumaktion. Dinge werden klarer, Du bist ausgerichteter, neue Ideen kommen Dir, Entscheidungen zu fällen wird leichter…

 

Meine zweite Erkenntnis:

Je weniger Müll und mehr Gleichgewicht im Körper, desto ausgeglichener bin ich und desto leichter fällt es mir das Leben zu leben was ich mir wünsche.

 

Ich faste ja immer mit Matthias und auch unseren Kindern zusammen. (Die machen immer Süßigkeitenreduktion in der Zeit.) Und was meistens, so auch dieses Jahr, passiert ist, dass wir beide näher zueinander rücken. Irgendwie schafft das Fasten Klarheit und räumt Grenzen aus dem Weg, so dass weniger im Weg steht zwischen uns. Wir reden meist viel und nutzen die gemeinsame Erfahrung, um die Qualität miteinander noch zu steigern.

 

Meine dritte Erkenntnis:

Verzicht und Klarheit führt zu mehr Nähe. Die gemeinsame Erfahrung verbindet ja eh schon. Aber das eigene klarer sein ermöglicht auch andere Menschen klarer zu sehen und ermöglicht gemeinsames Ausschwingen!

 

Es war also wieder mal super gut. Ich habe jetzt 12 Tage lang nix gegessen. Sogar gestern beim Osterbrunch ist es mir nicht schwer gefallen, meinen Tee zu trinken. Ganz im Gegenteil, ich hatte sogar Spaß daran, den Kids die Brötchen zu schmieren und die Eier zu pulen. Aber heute geht es wieder los. Fastenbrechen. Der Aufbau beginnt. Ich freue mich schon nachher mit einem gedünsteten Apfel mit lecker Zimt, Kardamom und Ingwer zu starten. Ich muss jetzt auch langsam wieder aufbauen, denn am Donnerstag fahre ich nach St. Peter Ording ins Kubatzki für mein Yoga-Ayurveda-Detox Retreat. Da gebe ich nicht nur mal mein geballtes Wissen zum besten, sondern wir machen auch das Yoga, die Atemübungen, die Meditationen alle mit Schwerpunkt auf Detox auf allen Ebenen. Passt voll zu dem wo ich gerade stehe.

 

Wir haben übrigens noch ein paar Plätzchen frei für Kurzentschlossene. Hast Du Lust mit mir spontan mitzukommen von Donnerstag bis Sonntag und eine ähnliche Erfahrung zu machen wie die, die ich gerade gemacht habe? Dann schau mal hier.

 

 

So, ich freue mich erstmal auf meinen Apfel.

Dir noch einen wunderbaren Ostermontag.

 

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