SO MEISTERST DU DAS DREIECK - TRIKONASNA, Ausrichtung - Schwerpunkte - Möglichkeiten

 

Trikonasana ist, wie die meisten Asanas, so einfach wie komplex. Der Aufbau und die Struktur der Asanas ist simpel. Schrittstellung, eine Hand zum Schienbein (oder für die Fortgeschrittenen zum Fuß), anderer Arm nach oben, fertig. Wenn man allerdings genauer hinschaut ist diese wunderbare Asana deutlich komplexer. Was uns im Pantarhei immer besonders wichtig ist - es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt unzählige Herangehensweisen an diese Position, sie wird in unterscheidlichen Yogatraditionen anders ausgeführt und unterschiedliche Lehrer haben wiederum ihre eigene Sichtweise.

 

Hier geht es um die Variante, die wir beim Ashtanga Vinyasa Yoga im Pantarhei üben. Unsere Absicht ist immer zu aller erst Verletzungsrisiko minimieren und dann die Position Sthira - Sukha machen. Also so, dass sie für Dich stabil ist und freudvoll ist und als Ashtangi Technik Freaks nutzen wir dafür natürlich auch einiges an Alignement Aspekten.

 

 

1. Schritt - Check die Basis

 

Optimal ist es eine Position immer von der Basis aus aufzubauen. Das bedeutet das erste was Du machst in Deiner eigenen Position, aber auch bei Deinen Schülern falls Du unterrichtest, ist den Stand der Füße zu checken. Bei Trikonasana gilt, die Versen stehen in etwa auf einer Linie (außer bei extremer Hüftsteifheit, da können die Füße auch etwas versetzt stehen. Der vordere Fuß ist 90 Grad ausgedreht und der hintere leicht eingedreht.

 

 

2. Schritt - Ausrichtung der Beine

 

Das zweit Wichtigste ist uns, dass das vordere Bein so ausgerichtet ist, dass Dein Knie (in diesem Fall das rechte siehe Bild) in die gleiche Richtung zeigt wie der Fuß. Rotiere also das rechte Bein maximal nach außen. Oft wird unterrichtet, dass die Hüfte parallel bleiben soll. Unserer Meinung nach ist das für die allermeisten von uns, auf Grund mangelnder Hüftflexibilität nicht möglich. Priorität ist, dass Du Dich nicht verletzt und dafür ist es wichtig, das die Gelenke Deines rechten Beines (Fuß, Knie, Hüfte) in einer Linie bleiben. Der nächste Schritt ist dann also nicht das linke Bein nach außen zu drehen (das würde wahrscheinlich über kurz oder lang ins rechte Knie gehen) und die linke Hüfte zu öffnen, sondern das linke Bein nach hinten zu schieben und nur ganz leicht die Hüfte auf zu drehen, und zwar so weit, wie Dein rechtes Bein bleibt wie es ist. Was Du bei all dem noch beachten musst, wenn Dir Deine Knie lieb sind ist, dass Du diese nicht überstreckst. Achte also bei Deiner Gelenklinie auch darauf, dass Deine Knie nicht weiter hinten liegen als Becken und Fußgelenk. Sollte das der Fall sein beuge Deine Knie minimal und stabilisiere das durch einen angespannten Oberschenkel.

 

 

3. Schritt -  Ausrichtung des Oberkörpers - Längslinie

 

Wir streben an, dass der Oberkörper in einer Linie oberhalb des rechten Beines ist. Oft ist er allerdings weit aus dieser Linie heraus nach vorne gebeugt. Der Grund dafür sind interessanter weise meist verkürzte Rückseiten oder Innenseiten der Beine!!! Nimm also den Oberkörper zurück über Dein vorderes Bein. Achte dabei darauf, dass Du nicht ins Hohlkreuz kippst, sondern gleichzeitig Deine Rippen zum Bauch ziehst.

 

 

4. Schritt - Ausrichtung des Oberkörpers - Seitlinie

 

Jetzt haben wir die Längsrichtung des Oberkörpers korrigiert, fehlt evtl noch die seitliche Ausrichtung. Was wir nämlich gerne machen ist mit dem Oberkörper so ausweichen, dass die Wirbelsäule nicht mehr eine Linie ist. Der Grund dafür ist meistens auch wieder die verkürzte Muskulatur im vorderen Bein und oft eine zu tief auf dem rechten Bein abgestellte rechte Hand! Was Du also auch willst ist, Platz schaffen zwischen Deinen Rippen auf der rechten Seite und dem Becken und gleichzeitig Deine linken Rippen dichter zu Deinem linken Beckenknochen bringen. Wenn notwendig, setze Deine rechte Hand höher auf dem Bein auf.

 

 

So. Und das war erst der Anfang...

 

So weit so gut. Wenn Du all diese Aspekte bei Dir oder auch bei Deinen Schülern beachtest bist Du schon mal super aufgestellt. Allerdings geht es noch viel tiefer. Weitere Aspekte die wir im Pantarhei beachten, wenn wir länger mit Schülern zusammen arbeiten wären die Arbeit der Füße, die Bandhas, Schulter- und Armarbeit, der Nacken dynamische Arbeitslinien in einer lebendigen Position (von wo aus verwurzelst Du Dich, wo wirst Du lang und leicht) und nicht zuletzt die Qualität des Atems und damit verbundene Qualtiät der inneren Arbeit mit Deinem Bewusstsein und dem Verstand.

 

Wir lieben es die Komplexität der Biomechanik des Körpers und der Asanaarbeit zu nutzen um einerseits den Möglichkeiten und Grenzen des Körpers gerecht zu werden und damit zu arbeiten, aber gleichzeitig auch (und das ist uns im Grunde noch wichtiger) um ein Spielfeld für die mentale Arbeit zu haben. Denn letztendlich ist die ganze Turnerei nur das Vehikel für die innere Arbeit um (wenn man es mal ganz runter brechen wollte) ein glücklicheres Leben zu führen. Wow, was Trikonasana alles kann ;-).

 

Wenn Dich diese Art der Herangehensweise inspiriert, dann haben wir genau das Richtige für Dich. Im Rahmen unserer 300 Std. Yogalehrerausbildung, bieten wir Alignement, Technik und Anatomie Module an für die unterschiedlichen Bereiche des Körpers. Leiten tut diese Workshops die wunderbare Anna Rossow, die nicht nur ihre 15 Jahre Erfahrung mit Yoga dort einbringt, sondern als angehende Ostheopathin auch ihr unglaublich tiefes Verständis für den Körper. Dieses Jahr gibt es noch zwei Workshops:

 

Adjustment Training Level 2, 09.-12.09.2016 - Hier geht es darum Dein Verständnis der Asanas einerseits zu vertiefen und andererseits Deine Fähigkeit Deinen Schülern tiefer in ihre eignene Praxis zu finden zu verbessern. Hier alle Infos dazu …

 

Unterkörper und Bandhas, 28.-31.10.2016 - Hier bekommst Du alle Infos zu der Basis Deines Körpers. Aufbau von Fuß, Knie, Hüfte, Becken und auch Bandhas. Wie hängt da alles zusammen, was musst Du daher in den unterschiedlichsten Positionen beachten und wie kannst Du leicht Fortschritte in Flexibilität und auch Stabilität machen. Hier alle Infos dazu …

 

Lass uns wissen, ob hilfreiche Tipps für Dich dabei waren, oder auch wenn Du noch zusätzliche Ideen oder auch Fragen zu Deinem Trikonasana hast!! Oder hast Du eine andere Position, die wir mal für Dich auseinander nehmen sollen? Schreib es in die Kommentare.

 

Yogische Grüße,

Dana

 

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