Ode an die Einfachheit - der wie ich der Facebook-Versuchung wiederstehe

Ich vertrete ja den Standpunkt, dass Leben ist einfach und das ganze ist ein Erfahrungsspiel. Das was das Leben anstrengend macht ist unser eigener Widerstand gegen den Fluss des Lebens. Jeder Segler weiß (und ich bin keiner ;-)), dass es keinen Sinn macht das Segel quer zum Wind zu stellen, denn dann haben wir maximalen Widerstand und kommen kein Stück voran. Wenn wir das Segel aber schräg zum Wind stellen, dann bringt uns der gleiche Wind, der uns eben noch zurück gepustet hat weiter nach vorne. Meine neue Absicht ist also, ab sofort das Segel anzuschrägen (wie auch immer der Fachbegriff dafür ist) und so den Wind des Lebens zu nutzen um mich weiter zu bringen. Ich höre also auf es mir schwerer zu machen als es ist. Das habe ich zum Beispiel erfolgreich am Morgen umgesetzt...

 

Wie ich in meinem letzten Artikel geschrieben habe stehe ich immer morgens um 5 Uhr auf. Als ich damit angefangen habe, gab es einige Tage, an denen ich dann zwar wach war, ich allerdings nicht oder nur ganz kurz dazu gekommen bin meine Morgenroutinen zu genießen weil ich mich dem Sog von Facebook und anderen Social-Media Kanälen hingegeben habe und auf einmal zack 45 min um waren. Kennst Du das? Nur noch mal schnell in den Newsfeed schauen was es Neues gibt… Das könnte man natürlich anfangen zu untersuchen. Was lässt mich das machen... Aber ich dachte, nö, ich trainiere das einfach um.

 

Und so habe ich's gemacht.

Ein Problem war, dass ich mein Telefon immer als Wecker benutzt habe. Ich hatte zwar schon länger vor das Telefon wegen eventueller Strahlungen nicht mehr im Schlafzimmer zu haben, war aber zu faul um mich um eine Alternative zu kümmern. Ich habe mir das also eine Weile angeschaut mit meiner morgendlichen Facebook-Zeitverschwendung und habe dann angefangen mich zu fragen: “Wie kann ich es mir leichter machen nicht zu facebooken direkt am Morgen?” Weil ganz ehrlich - ich habe auch mitbekommen, dass das nicht die optimale Ausrichtung für meinen Verstand ist. Meine Meditation - so ich dafür noch genug Zeit hatte - war deutlich unruhiger und mein Verstand schon wild im Tagestempo angekommen. Also - einfacher machen.

Mein erster Versuch war folgender 

- ich schalte das Telefon aus. Dann werde ich geweckt, muss das Telefon ja aber nicht anmachen. Das hat dann mal geklappt und mal auch nicht. Manchmal habe ich widerstanden und das Telefon ausgelassen, manchmal es dann doch angemacht. Und da fängt man ja an sich zu fragen - wie blöd bin ich eigentlich, dass ich so etwas einfaches nicht hinbekomme. Ich hatte also die Faxen dicke und habe mir zum Geburtstag einen Wecker schenken lassen. Und von nun an war das Handy nicht mehr im Schlafzimmer. Das hat besser funktioniert. Ich hatte also nicht mehr die Möglichkeit schon im Bett meine Vorsätze zu brechen. Das hat automatisch dazu geführt, dass ich schon mal in Bewegung gekommen bin, bevor ich das Telefon in die Hand genommen habe. Und wenn man erst mal in Bewegung gekommen ist, ist es schon ein Stückchen leichter. Aber... 

Zuerst lag es bei uns auf den Schuhschränken direkt gegenüber vom Schlafzimmer… gefährlich. Da muss ich ja auf dem Weg in die Küche dran vorbei, da wäre es ja ein leichtes... (absurd, oder?). Nächste Maßnahme - das Handy liegt schon im Zimmer wo ich meditieren werde. Perfekt. Bis dahin zumindest... Das nächste Problem mit dem ich dann zu tun hatte war meine Meditation. Denn ich habe eine Gong-App mit der ich die Zeit einstelle und mich aus der Meditation bimmeln lassen. Ich hatte es jetzt also aus dem Bett und durch meine Badezimmer und Küchenroutinen geschafft ohne FB. Wenn ich es also aus dem Bett geschafft hatte ohne FB, war die nächste Hürde beim Einstellen der Meditationsuhr. Da hatte ich das Handy also wieder in der Hand…

 

Dann die nächste Maßnahme...

Meine Maßnahme aktuell ist, dass ich das Telefon Abends auf Flugmodus und Mond einstelle und das erst nach der Yogapraxis ausschalten darf. Meistens klappt es. Nur an den Tagen wo der Widerstand seeeeehhhhrrr groß ist, war ich schon vor meiner Meditation oder nach der Meditation und vor der Yogapraxis auf Facebook unterwegs. Schlimm ist das ;-). Um das letzte bisschen “Facebook-vor-dem-Frühstück-Gefahr” auszuschalten werde ich mir jetzt eine neue Batterie für meine alte Meditationsuhr kaufen (was ich schon laaaaange vor habe). Und dann muss ich mir noch einen schicken Ort überlegen wo ich das Telefon Abends ausgeschaltet deponieren werde, so dass ich es nicht vor dem Frühstück in die Hand nehme. Ist das nicht absurd???

Und gleichzeitig funktioniert es so. Daher bin ich ein mega Fan davon es mir einfacher zu machen. Ich weiß, dass mein Verstand und mein Körper träge sind neue Gewohnheiten und Abläufe zu integrieren. Am wohlsten fühlen wir uns immer noch in der Komforzone und produzieren Widerstand wenn wir uns in die Lernzone begeben wollen. In der Habit-Change-Science, also der Wissenschaft wie man Gewohnheiten ändert gibt es super coole Tools um es sich einfacher zu machen. Und ich kann Dir sagen - es funktioniert!!! Das was ich hier beschrieben habe kommt aus dem “Architecturing your choices” Bereich. Das ist schwer zu übersetzen. Irgendwie so etwas wie "konzipiere oder konstruiere Deine Entscheidungen". Also wie kannst Du es Dir einfacher machen in Zukunft die Entscheidungen zu treffen die Du für Dich für richtig hältst.

 

Und es gibt noch einige andere Tools...

die ich anwende für noch mehr Einfachheit. Das ist super powervoll. Die werde ich dann in anderen Blogposts mit Dir teilen!!!

 

Ich freue mich schon.

Begeisterte - Facebook-erst-nach-dem Frühstück-Grüße.

 

Deine Dana.

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Nicole (Donnerstag, 16 Juni 2016 13:59)

    Spannend dein Weg zur (oder zu Facebook ;-)) Man
    könnte es auch Selbstsabotage nennen :-)
    LG Nicole

  • #2

    jutta (Dienstag, 21 Juni 2016 21:32)

    Cooles Thema. Ich erkenne mich wieder und hab den halben Weg schon geschafft