Wie Du Ayurveda sofort und ohne Anstrengung in Deinem Alltag nutzen kannst für Dein Wunschgewicht, besseren Schlaf und optimale Verdauung.

 

 

Kennst Du noch den Spruch „Iss morgens wie ein Kaiser, Mittags wie ein König und Abends wie ein Bettelmann.“? Ich kenne das noch von meiner Oma. Die hat das immer gesagt. Allerdings machen das die meisten ja heute nicht mehr. Ich weiß nicht wie es bei Dir ist, aber die meisten Menschen die ich kenne Essen eher Morgens wie ein Bettelmann, nämlich oft gar nicht oder Kaffee und Croissant (OK, dass ist die Extremversion) oder Müsli mit rohen Haferflocken oder aber Brot mit was drauf. Die Mittagsmahlzeit ist dann oft im Büro, unterwegs, in der Kantine und Abends gibt es dann endlich ein leckeres Mahl zu Hause. Da sind dann alle zu Hause, der Partner oder auch die ganze Familie oder man selber nimmt sich die Zeit um endlich mal in Ruhe zu essen. Dieser Tagesablauf ist natürlich nicht bei allen so. Aber was ich schon auffällig finde ist, dass die Königsmahlzeit bei den meisten abends ist. Und das macht ja heutzutage auch Sinn, denn die meisten von uns sind ja tagsüber irgendwie unterwegs und haben nicht die Ruhe, Zeit oder Raum für eine königliche Mahlzeit.
 
Das Ayurveda ist allerdings mit meiner Oma einer Meinung. Morgens gibt es eine Kaisermahlzeit, Mittags die für Eure Durchlaucht und Abends die für den Bettelmann, die im Englischen früher Supper genannt wurde. Das stand für „supplement“ was so viel heißt wie ein kleines Extra oder noch eine Kleinigkeit dazu. Warum ist das so?

Die Wissenschaft des Ayurveda ist spezialisiert auf das Verdauungssystem. So wie die westliche Medizin den Schwerpunkt auf Operationen und Medikamenten hat und die chinesische Medizin sich mit den Organen beschäftigt, hat sich das Ayurveda den Stoffwechsel vorgeknüpft und ist somit auch darauf spezialisiert in der Prävention der Krankheiten. So heißt Ayurveda frei übersetzt „die Lehre des langen Lebens“.  Die haben also damals eine Menge herausgefunden wie es am besten funktioniert unseren Körper so zu benutzen, dass er möglichst lange gesund, fit und vital bleibt. Ein wichtiger Aspekt dazu ist der Stoffwechsel. Denn, man sagt ja nicht umsonst: „Du bist was Du isst.“ Das was Du zu Dir nimmst nutzt der Körper einerseits dazu um daraus Energie zu gewinnen, die Dir im Laufe des Tages zur Verfügung steht. Und auf der anderen Seite verwendet er es als Material um daraus neue Bausteine für das Gewebe herzustellen. Das Ayurveda nennt sie die Dhatus und unterteilt sie in 7 Kategorien. Plasma/Lymphe, Blut, Muskel, Fett, Knochen, Nerven/Knochenmark und die Fortpflanzungsflüssigkeiten.
Jetzt könnte man denken: Alles klar, je besser die Qualität dessen ist, von dem was ich zu mir nehme, desto mehr Energie habe ich und desto besser ist die Qualität meines Gewebes. Das stimmt auch, allerdings stimmt das nur begrenzt. Denn Ayurveda sagt: Nicht alles was Du oben rein tust kommt auch tatsächlich da an wo Du es brauchst. Nur das was der Körper wirklich verstoffwechselt bekommt hat die Chance zu Energie und Gewebebausteinen zu werden. Da sitzt auch der Ursprung dessen, das Ayurveda kein Fan von ausschließlich Rohkost ist. Denn aus ayurvedischer Sicht ist Rohkost schwer für den Körper zu verdauen. Das heißt das rohe Zeug was Du zu Dir nimmst kann noch so voll sein mit Nährstoffen, wenn Deine Verdauung das nicht aufgespalten bekommt, kommen die tollen Nährstoffe leider gar nicht in Deinem Körper an. Ganz im Gegenteil. Es kann sogar sein, dass Dein Körper total überfordert ist mit der schweren Verdaubarkeit der Rohkost und für den Stoffwechselprozess viel Energie braucht, die Dir dann in dem Moment nicht zur Verfügung steht. Was ich damit nicht sagen will, dass Rohkost an sich schlecht oder falsch ist!!!! (Nicht, dass ich die ganzen Rohköstler auf mich hetze ;-)). Rohkost ist wunderbar und ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Und je nachdem was für ein Verdauungstyp oder wie Deine Konstitution ist, ist es für Dich schwerer oder leichter Energie und Nährstoffe aus Rohkost zu ziehen. Und aus ayurvedischer Sicht noch einen Schritt weiter gedacht, kann man auch einiges tun um Rohkost leichter verdaulich zu machen. Aber das ist Thema eines anderen Artikels den ich demnächst mal schreibe...
 
Wie hängt das jetzt alles mit dem „Kaiser, König, Bettelmann“-Prinzip zusammen? Natürlicherweise ist Dein Verdauungsfeuer, Dein „Agni“ mittags am stärksten. Und da stimmt die Schulmedizin mit dem Ayurveda überein. Denn Dein Agni besteht aus Verdauungssäften. Und die Schulmedizin hat festgestellt, dass Du um die Mittagszeit die das Ayurveda zwischen 10-14 Uhr sieht, am meisten davon hast. Du kannst Dir also vorstellen das Dein Feuer da am höchsten lodert. Und auf ein großes Feuer kann man eine Menge drauf werfen, das wird trotzdem alles verbrannt. Große Holzscheite, selbst wenn die etwas feucht sind. Das Feuer kriegt das schon hin und verbrennt alles. Hier kommt also die Königsmahlzeit her. Dein Feuer lodert hoch, also kannst Du essen wie ein König.
 
Um bei dem Feuer-Bild zu bleiben, das muss ja erst mal angemacht werden. Und das machst Du mit Deinem Frühstück und zwar morgens, 4-5 Stunden vor Deiner Königsmahlzeit. Wenn Du also das Frühstück auslässt wird Dein Feuer mittags nicht ordentlich brennen. Wenn Du zum Frühstück Sachen isst die schwer zu verdauen sind, wird Dein Körper zusätzlich sogar noch viel Energie aufwenden müssen um es überhaupt zu verstoffwechseln. In dem Fall wird nicht nur Dein Mittags-Feuer nicht ordentlich brennen, sondern Dir selber auch wenig Energie zur Verfügung stehen.
In beiden Fällen – kein Frühstück, oder zu schweres Frühstück – lodert Dein Mittagsfeuer, Dein Königsfeuer nicht aufm Maximum. Das kannst Du dann unter anderem daran erkennen, dass Du nach Deinem Mittagessen das berühmte Mittagstief hast. Weil Dein Körper mit einem mittelmäßigen bis schlechten Feuer wieder eine neue „Last“ bekommen hat, die er jetzt verbrennen soll. Was aber mit einem mickrigen Feuer nicht so einfach zu machen ist, so dass die Energie wieder nicht Dir sondern Deinem Feuer zur Verfügung gestellt wird.
 
Hmmm. Tja, und dann ist da noch die Bettelmann Mahlzeit. Denn wenn man mal davon ausgegangen ist, Du hast morgens zum Frühstück Dein Feuer optimal angeheizt und es lodert Mittags hoch, Du hast befriedigend, ausreichend und lecker Deine Königsmahlzeit zu Dir genommen und daraus viel Energie gezogen, dann brennt das Feuer zum Nachmittag langsam wieder runter. Und auf die restliche Glut würdest Du nicht Deine Hauptmahlzeit werfen. Denn die kriegst Du nicht mehr durchgekocht mit der Glut. Dafür ist die nicht mehr heiß genug. Wenn Du das aber trotzdem machst, dann wird Dein Feuer damit überfordert sein. Und das wiederum hat einen großen Einfluss auf die Qualität Deines Schlafes. Denn Dein Körper hat nicht die Chance langsam und gemütlich runter zu fahren und sich auf Regeneration und Reinigung in der Nacht vorzubereiten. Sondern er wird damit beschäftigt sein wieder hoch zu fahren um den Brocken, der auf der letzten Glut des Feuers liegt doch irgendwie noch zu verdauen. Bedeutet also, Du wirst wahrscheinlich später müde, schlechter einschlafen und wahrscheinlich auch nicht so tief schlafen, was alles zur Konsequenz hat, dass Du morgens nicht frisch erholt aus dem Bett springst. – Und der ganze Zyklus geht wieder von vorne los!
 
Was also jetzt?
Schritt Nummer 1: Verschiebe Deine Hauptmahlzeit auf Mittag. Am besten gegen 12/13 Uhr. Und genieße hier alles was Dir schmeckt und bekommt. Achte darauf, das Du nicht nur satt bist, sondern dass die Mahlzeit für Dich wirklich befriedigend ist.
 
Schritt Nummer 2: Starte mit einem Frühstück in den Tag was Deine Verdauung anheizt. Mach z.B. ein Kompott aus Deinen Lieblingsfrüchten, iss Getreidebreie mit leckeren Gewürzen oder mixe Dir einen leckeren Smoothie.
 
Schritt Nummer 3: Mach’ Deine Abendmahlzeit leicht und bekömmlich. Reduziere Fett und Eiweiß und erhöhe den Gemüse und Flüssigkeitsanteil.
 
Also leg’ los!

Deine Dana

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Constanze Melcher (Montag, 16 November 2015 15:34)

    Danke, eine tolle Idee. Es kann nur sein, dass ich es zeitlich nicht hinbekomme... Herzlicher Gruß und namasté, Constanze