Bist Du bereit für eine Yogalehrerausbildung? Finde es jetzt heraus ...

Kennst Du das? Du liebst Deine Yogapraxis und das ein oder andere Mal hast Du schon gedacht „so eine Yogalehrerausbildung, da hätte ich auch Lust zu.“ Vielleicht willst Du tiefer einsteigen für Deine eigene Praxis, um die wirklich auf’s nächste Level zu bringen. Oder aber Du denkst „Ich würde das, was Yoga für mich bedeutet, gerne weitergeben und auch mit anderen teilen.“ So war es bei mir damals. Mir war klar, es sollen mehr Menschen Yoga machen, weil das einfach so genial ist. Ich werde öfter gefragt, was man mitbringen muss, um eine Yogalehrerausbildung zu machen. Welche Asanas muss man können? Wie lange muss man schon Yoga üben? Im Ashtanga kommt noch dazu: Welche Serie muss ich turnen? ... Und da habe ich mir überlegt, ich schreibe dazu mal einen Blogpost und beantworte die Fragen. Also, here we go:

 

Was Du erst mal wissen musst: Es ist für jeden individuell anders. Na toll! ;-) Aus diesem Grund machen wir für unsere Yogalehrerausbildung immer ein 30-45 minütiges „Ausbildungsgespräch“ per Telefon. Da schauen wir dann ganz individuell, wie ist Deine Erfahrung, was ist Deine Absicht, wo soll es hingehen und was spielt sich sonst noch so in Deinem Leben ab. So können wir genau schauen, wen wir in die Ausbildung aufnehmen, und Du kannst schauen, wo Du stehst, und ob der Zeitpunkt und diese Ausbildung für Dich passen. Denn es ist einfach so individuell anders für jeden. Aber lass uns mehr ins Detail gehen.

 

1.    Willst Du Deine eigene Praxis vertiefen oder willst Du Yoga unterrichten?

Wenn es Dir „nur“ darum geht, Deine eigene Praxis zu vertiefen, ist es weniger wichtig, lange Jahre an Yogaerfahrungen mitzubringen. In diesem Fall muss Deine Praxis nur "stabil genug" sein. Was das bedeutet, lies bei Punkt 2 ... Wenn Du allerdings vorhast, nach Deiner Ausbildung das Yoga an andere weiterzugeben, ist Deine eigene Erfahrung auf der Matte eine der wichtigsten, wenn nicht DIE wichtigste Grundlage, auf die Du zurückgreifst, wenn Du selber unterrichtest. Denn optimal ist es, dass Du später das weitergibst, was Du selber schon integriert hast. In den meisten Yogalehrerausbildungen ist die eigene Asana-Arbeit ein großer Bestandteil. Das heißt, Du kannst (und wirst) auch die Zeit der Ausbildung nutzen, um Deine Matten-Arbeit zu vertiefen. Und das ist sooooo wichtig. Allerdings kann das natürlich nicht mehrere Jahre Erfahrung auf der Matte ersetzen. Je mehr Du also auf der eigenen Matte bisher erfahren hast, desto mehr hast Du zu geben und wirst schneller durchstarten können. Je weniger Erfahrung Du mitbringst, desto größer die Herausforderung danach.

 

2.    Bist Du fit genug? Ist Deine Praxis stabil genug?

Die Frage, die sich dann anschließt ist, bist Du fit genug, bzw. ist Deine Praxis stabil genug? Je nach dem wie das Format der Ausbildung Deiner Wahl ist und in welcher Tradition, müsstest Du ein gewisses Maß an körperlicher Fitness mitbringen, um wirklich was aus der Ausbildung mitzunehmen. Wenn Du zum Beispiel gewohnt bist, 1 Mal die Woche gemütliches Yoga zu machen und dann eine 4-wöchige Vinyasa/Power Yoga Ausbildung machen willst, kann es sein, dass Du einfach rein körperlich damit total überfordert bist und dann auch Verletzungen riskierst. Das willst ja weder Du noch Dein Ausbilder! Am sinnvollsten ist es meiner Meinung nach, dass Du die Ausbildung in der Tradition machst, die Du normalerweise übst. Das ist in einigen Traditionen wichtiger als in anderen. Bei uns ist es zum Beispiel notwendig, Ashtanga Vinyasa Yoga Erfahrung zu haben. Du müsstest Kenntnisse der Ujjayi Atmung haben, die Sonnengrüße und die stehenden Asanas stabil und selbständig üben können. Das wäre für uns „stabil genug“. Unsere Ausbildung ist kompakt, zwei mal zwei ganze Wochen am Stück plus ein Philosophie-Wochenende und das längere Prüfungswochenende. In diesen Zwei-Wochen-Blöcken geht es heiß her. Das heißt, Du müsstest fit genug sein, um zwei Wochen lang täglich einen intensive Praxis zu haben. Bist Du das?

 

3.   Bist Du bereit für einen transformativen Prozess?

Die meisten Yogalehrerausbildungen stoßen bei Dir einen transformativen Prozess in Gang. Hä? Wat soll datt denn heißen? Das soll heißen, Du wirst über Dich hinaus wachsen und zwar körperlich, aber auch geistig und auch emotional. Und das ist gut so und ein wichtiger Teil der Ausbildung. Du machst (sehr wahrscheinlich) eine intensive Erfahrung davon, wie Yoga wirkt und was dadurch auf unterschiedlichsten Ebenen möglich ist. Du wirst also nicht nur körperlich stabiler, kräftiger, beweglicher und wacher, sondern all das auch auf der mental-emotionalen Ebene. So wird aus Dir mehr und mehr eine achtsamere Person, man könnte sagen eine Lehrerpersönlichkeit. Auf diesen Teil des Prozesses wird in den verschiedenen Ausbildungen unterschiedlich viel Wert gelegt. Uns ist der Teil sehr wichtig, denn Du unterrichtest immer aus Deiner Persönlichkeit heraus. Je wacher, stabiler, gelassener und eindeutiger Du bist, desto mehr hat auch Dein Unterricht automatisch diese Qualitäten. Und wenn Du dann unterrichtest, kann es gut sein, dass Du auf herausfordernde Situationen im Unterrichtsalltag stößt, die Du dann allesamt gut bewältigen kannst. Deshalb machen wir Übungen, Untersuchungen und Aufgaben dazu in unseren Coaching-Einheiten. Das muss man wollen. Also - bereit für Transformation? Denn wenn es Dir nur um Turnerei geht, geht Dir das in einer Yogalehrerausbildung vielleicht zu tief.

 

4.    Ist es mir die Zeit und das Geld wert?

Die meisten Yogalehrerausbildungen sind eine zeitlich und finanziell betrachtet hohe Investition. Die Frage ist: Bist Du bereit, die Zeit und das Geld in Dich, Deinen Körper, Deine Vitalität und Deine Zukunft zu investieren? Die Frage kannst nur du beantworten! Wozu sie den Ausbildungen dient, ist eine gewisse Vorauslese. Denn wenn Du tatsächlich bereit bist, die Zeit und das Geld zu investieren, wirst Du ein hohes Maß an Commitment in diese Ausbildung mitbringen. Und dieses Commitment wird Dir und auch den anderen ermöglichen, durch unbeqeume Weiterentwicklungsengen hindurch zu gehen, und das wiederum ermöglicht ein höheres Niveau innerhalb der Ausbildung. So trägst Du selber zur Qualität der Ausbildung mit bei!

 

5.   Bist Du weit genug in Deiner Asana-Praxis?

Die Befürchtung, nicht weit genug oder gut genug in der Asana Praxis zu sein, um eine Yogalehrerausbildung zu machen, höre ich am allermeisten. Gerade im Ashtanga Yoga, wo die Praxis linear aufgebaut ist und man genau benennen kann „wie weit“ man ist, werde ich immer wieder gefragt, bis zu welcher Position man die Serie können muss, um eine Ausbildung zu machen. Muss ich die zweite Serie schon üben oder reicht die erste? Was, wenn ich die erste Serie noch nicht vollständig übe oder aber in bestimmte Positionen noch nicht richtig reinkomme? Aber auch bezogen auf andere Yogatraditionen taucht immer wieder diese Frage auf. Was muss ich alles können? Die meisten wollen dann gerne ein Rezept haben: Wenn Du den Lotussitz, den Kopfstand und die Brücke kannst, dann kannst Du eine Yogalehrerausbildung machen. Oder für’s Ashtanga Yoga die Asana, bis wohin man üben muss. So einfach bzw. so rigoros ist es allerdings nicht. Bei Weitem nicht!

 

Es ist nur begrenzt möglich, das „weit genug“ an den Asanas festzumachen. Man stelle sich einfach einmal vor, es kommt eine Tänzerin zu mir, die schon nach 3 Wochen die ganze erste Serie des Ashtanga Yogas kann oder in einem anderen Yogakurs schon am ersten Termin alle Positionen ausführen kann. Trotzdem wäre sie noch nicht bereit für eine Yogalehrerausbildung. Man kann also nicht einzig und allein die Asanas, also die Kraft und die Beweglichkeit des Körpers heranziehen zur Bewertung, ob eine Yogalehrerausbildung schon angemessen ist. Wäre das so, könnte sich die Tänzerin direkt anmelden. Aber was Du vermeiden willst, ist einen Schritt zu überspringen. Bevor Du auf die andere Seite wechselst, nämlich auf die des Lehrers, ist es günstig, die Zeit, in der Du nur Schüler bist, wirklich auszukosten und Deine Praxis solide werden zu lassen. Was nämlich den allermeisten frisch gebackenen Yogalehrern passiert, wenn sie anfangen zu unterrichten – sie vernachlässigen ihre eigene Praxis. Und das ist mehr als ungünstig. Da Deine eigene Praxis die Grundlage ist, von der aus Du unterrichtest, schießt Du Dir damit quasi selber ins Knie. Die eigene Praxis hat also immer Priorität. Aber um es einmal konkreter zu machen, wenn Du zwei oder mehr Jahre regelmäßig (2 Mal pro Woche oder mehr) übst, kannst Du Dich auf jeden Fall für eine  Yogalehrerausbildung bewerben. Wenn Du kürzer übst, dafür aber öfter die Woche (zum Beispiel ein ¾ Jahr und Du übst 4-5 Mal die Woche) würde ich Dir empfehlen, mit dem Ausbildungsanbieter persönlich darüber zu sprechen.

 

Also ...

Wenn Du jetzt ins Grübeln gekommen bist und es anfängt, Dir in den Fingern zu jucken, dann durchforste das Internet nach der optimalen Yogalehrerausbildung für Dich, oder wenn Du Dich für Ashtanga Vinyasa Yoga interessierst, schau mal was wir so im Angebot haben. Und wenn Dich das inspiriert, MACH MIT MIR EINEN TERMIN FÜR DEIN AUSBILDUNGSGESPRÄCH. Das ist unverbindlich und kostenlos und wir können individuell bei Dir schauen und gemeinsam herausfinden, ob diese Yogalehrerausbildung für Dich jetzt der richtige Schritt ist. Oder aber, ob ich noch Tipps für Dich habe, was Du zur Vorbereitung machen, lesen, üben kannst, oder auch, ob eine andere Ausbildung für Dich vielleicht angemessener wäre.

So oder so, nimm Dich auf Deiner Matte am wichtigsten. Das ist mit oder ohne Yogalehrerausbildung das Wichtigste in Deinem Leben. Viel Spaß dabei!

Dana.

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Kommentare: 1
  • #1

    Witt Janina (Freitag, 06 November 2015 08:36)

    Liebe Dana,

    super klare Inhalte. Und die Matte und ich sind wirklich das Wichtigste!!!!
    Das kann ich ja nun auch aus eigener Erfahrung erzählen. Und seitdem ich 5-6 x wö übe , erfahre ich ganz andere Momente als vorher.
    Und eure Ausbildung war und ist ein wertvoller Teil meines Lebens geworden.
    Danke.
    Janina