5 TIPPS, WIE DU ES SCHAFFST, AB SOFORT REGELMÄSSIGER YOGA ZU ÜBEN

5 Schritte wie Du es schaffst, ab sofort täglich und ohne Anstrengung Yoga zu üben – oder die Bändigung des Schweinehundes.

 

„Eigentlich würde ich gerne viel öfter üben, aber ...“

Diesen Satz schon mal gehört oder sogar selber gesagt? Ich höre ihn ständig von meinen Schülern und kann mich auch an eine Zeit erinnern, in der ich das selber gesagt oder zumindest auch gedacht habe. Hinter dem „Aber“ kommen dann mannigfaltige (meist fadenscheinige) Begründungen wie „Ich hab so viel Arbeit.“, „Ich habe keine Zeit.“, „Ich mache so viel anderes.“, „Ich kann mich oft nicht aufraffen.“ ...

 

Wenn das auch auf Dich zutrifft, ist meine allererste Frage an Dich:

Willst Du tatsächlich öfter üben und herausfinden, wie Du eine regelmäßige Praxis etablieren kannst? Oder aber ist das eher eine schöne Geschichte, die Du Dir und vielleicht auch anderen erzählst? Eine Geschichte, mit der Du gemütlich in der Komfortzone bleiben kannst und viel Verständnis und Zustimmung von anderen erntest, die diese „eigentlich-Geschichten“ auch gut kennen.

 

Für letztere empfehle ich: Gestehe Dir einfach selbst offen ein (gemessen am Ergebnis): "Ich will gar nicht nicht öfter üben. Ich übe genau so oft wie ich will. Und das ist vollkommen ausreichend." Dann kannst Du ab sofort aufhören, Dir schlechte Gefühle dazu zu machen, dass Du nicht so oft übst, wie Du auch gar nicht üben willst, und machst Dir einfach eine gute Zeit. Viel Spaß dabei!!

 

Wenn Du allerdings tatsächlich beabsichtigst, das „Eigentlich“ und das “Aber“ aus dem Satz zu streichen, und herausfinden willst, was es braucht für eine regelmäßigere Praxis – aufgepasst! Hier sind die fünf wichtigsten Tipps, wie Du das machst ...

 

1.     1. Automatisiere Deine Abläufe
Unregelmäßigkeiten spielen dem Schweinehund in die Tasche! Mit Unregelmäßigkeiten bezogen auf das, was Du übst, machst Du es Dir schwerer, denn wenn Du jeden Tag aufs Neue entscheiden musst, was Du übst, hat der Schweinehund mehr Raum, um reinzugrätschen. Das ist ein Aspekt, der mir das Ashtanga Yoga versüßt. Ich weiß einfach immer genau, was ich machen muss, nämlich das gleiche wie sonst auch. Wenn Du einen anderen Yogastil übst oder es um ein gänzlich anderes Training geht, was Du öfter üben willst, empfehle ich Dir, ein Standardprogramm zusammenzustellen, was Deine Basis für die Regelmäßigkeit ist. So dass Du nicht darüber nachdenken musst, was Du übst. Das bedeutet nicht, dass Du jeden Tag dasselbe üben musst. Du könntest auch von einen auf den anderen Tag abwechseln oder eine Art Intervall-Praxis etablieren, in der Du Dich an jedem Tag der Woche einem anderen Aspekt widmest, sich das aber jede Woche wiederholt. So musst Du auch nicht über das „Was“ nachdenken und der Ablauf kann sich automatisieren.

2.     2. Nutze das erste Zeitfenster des Tages - auch wenn es keins gibt ;-)
Und das meine ich tatsächlich ernst. Am schlauesten ist es, so früh wie möglich am Tage zu üben. Aus ayurvedischer Sicht ist die Zeit zwischen 7-10 Uhr morgens optimal. (Darauf gehe ich aber  in einem anderen Post noch näher ein.) Auch wenn es Dir absurd erscheint, so in den Tag zu starten, für Deinen Körper ist das auf unterschiedlichsten Ebenen am effektivsten. Und wenn der Schweinehund erst mal aufgestanden ist, musst Du Dich auch den Rest des Tages nicht mehr mit ihm auseinander setzen, da Du die Praxis schon hinter Dir hast. Jetzt ist nur noch die Frage: "Wie komm ich besser aus dem Bett, um zu üben?" Auch darauf gehe ich zu einem späteren Zeitpunkt ein! (Sehr schlau gemacht, oder? So mache ich die zukünftigen Posts interessant. Wie in einer Seifenoper, wo man auch immer die Fortsetzung sehen will.) Falls Du nicht vorhast, morgens zu üben, übe am besten immer zur gleichen Tageszeit. Immer direkt nach der Arbeit oder vor dem Mittagessen oder, oder, oder ... Auch hier gilt: Automatisieren, gegen den Schweinehund!

3.    3. Take it easy!
Am Anfang leg den Fokus bewusst auf die Regelmäßigkeit und nicht auf die Länge der Praxis. Oder besser gesagt: Kürze Deine Praxis auf ein Minimum, um die Einstiegshürde lächerlich einfach zu machen. Mach’ jeden Tag einen Sonnengruß! Ich weiß, Dein Verstand rebelliert wahrscheinlich mit Sprüchen wie „Das ist aber nicht genug." ... Aber die Sache ist die: Wenn Du Deinen Sonnengruß etabliert hast, ist es ein Leichtes, auf zwei zu erhöhen, und dann auf drei ... So absurd es erscheint: Die Regelmäßigkeit hat absolute Priorität. Und je automatischer Du Deine Praxis im Alltag integriert hast, desto einfacher ist es, sie nach und nach dann auszubauen.

4.     4. Schick den Perfektionisten ins Hundekörbchen
Denn, der Perfektionist ist die andere Seite der Schweinehund-Medaille. Den kannst Du also nicht besonders gut gebrauchen. Auch der wirft Dir Stöcker zwischen die Beine. Wenn Du also mal einen Tag nicht auf der Matte warst, ist das oberste Gebot: Halte die Gefühle da raus. Wenn Du anfängst, Dich dafür zu entwerten, führt das in der Regel nicht dazu, dass Du motivierter weitermachst, sondern eher zu dem Gegenteil. Nämlich mehr Selbstentwertung und Enttäuschung und dann ist ja eh schon alles egal und zack ist das Projekt „tägliche Praxis“ geknickt. Wenn Du also mal nicht auf der Matte warst, nimm die Haltung eines Wissenschaftlers ein und untersuche, was genau dazu geführt hat, dass Du die Praxis ausgelassen hast. Was hast Du getan oder gelassen und dann hast Du nicht geübt? Komm Dir auf die Schliche, dann kannst Du es nächstes Mal anders machen.

5.    5. Abyasa / Vairagya – oder hinfallen, Krone richten, weiter machen

Du wirst nicht von heute auf morgen alle Hürden perfekt gemeistert haben und eine tägliche 1A Praxis haben. So what?! So ist das nun mal, wir lernen nicht linear, sondern mit Höhen und Tiefen. Das, was letztendlich zum Ergebnis führt, ist einerseits das Abyasa, die ständige Wiederholung und Wiederholung und Wiederholung. (Wo wir wieder bei Automatisieren wären ...) Und andererseits Vairagya, der Gleichmut bezogen auf’s Ziel. Das Loslassen der Erwartung, dass Du es perfekt machen musst, oder es überhaupt die Möglichkeit gibt, es perfekt zu machen. Verabschiede Dich also gleich davon und stell Dich auf den Standpunkt, dass Du auf dem Weg bist und bleibst, auch wenn es mal kurzzeitig nicht so läuft wie gewünscht.

 

Wenn Du also Bock hast auf eine regelmäßigere Praxis, mach Dir einen Plan. Wann übst Du? Was übst Du? Wie einfach kannst Du es Dir machen und dann nach und nach ausbauen? Gib den Perfektionsanspruch auf und mach Dich darauf gefasst, dass Du Dich auf einen Lernpfad begibst, immer wieder herauszufinden was es braucht für das beabsichtigte Ergebnis. Wenn Du also mal hingefallen oder gestolpert bist, zustimmen, Krone richten und begeistert sein darüber, dass Du auf dem Weg bist, einfach weiter zu machen.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß dabei.

Deine Dana

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Kommentare: 2
  • #1

    Nada (Samstag, 05 September 2015 08:55)

    Liebe Dana,

    ein ganz wundervoller, inspirierender Blogeintrag. Vielen Dank für die motivierenden Tipps! Liebste Sonnengrüße, Nada

  • #2

    Vero (Sonntag, 13 September 2015 12:40)

    Liebe Dana,
    Damit kann ich wirklich was anfangen. Danke! Grüße aus Damp. Vero